AG der Visuellen Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen - Schwerpunkt CVI

Eckpunkte der Arbeit
der AG der visuellen Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen – Schwerpunkt CVI im VBS
 
 
 
  1. Einleitung
 
In den letzten Jahren befassen sich Sehbehinderten- und Blindenpädagogen in Deutschland verstärkt mit Sehbeeinträchtigungen, die nicht (nur) durch eine Schädigung des Auges, sondern durch Einschränkungen und Störungen der Sehverarbeitung im Gehirn verursacht sind. Der Begriff zerebrale Sehstörung – CVI (cerebral visual impairment) oder visuelle Wahrnehmungsstörungen rückt dabei immer stärker in den Fokus.
Mittlerweile gilt CVI als eine der häufigsten Ursachen von Sehschädigungen in den Industrienationen.
 
Weder in Deutschland, noch im Ausland besteht allerdings bisher Einigkeit über die Abgrenzung der Diagnose CVI. Was CVI ist, wird von Experten in Förderzentren, Reha-Kliniken, therapeutische Einrichtungen und Fachverbänden bislang noch nicht einheitlich beschrieben.
Eine Diagnose CVI taucht bisher auch in den internationalen Klassifikationssystemen auf (ICD 10, DSM) nicht auf.
Eine ausführliche Beschreibung dessen, was unter „Visuelle Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (VVWS)“ verstanden wird, findet sich beispielsweise in den Leitlinien der Gesellschaft für Neuropädiatrie und der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin. (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/022-020_S1_Visuelle_Wahrnehmungsstoerungen_06-2009_06-2014.pdf).
 
Fakt ist, dass eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen und sonderpädagogischen Einrichtungen in ihrem Lernen durch zerebral bedingte Sehschädigungen bzw. visuelle Wahrnehmungsstörungen beeinträchtigt sind.
Dieser Situation hat sich der VBS nun mit der Gründung einer „AG der visuellen Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen – Schwerpunkt CVI“ gestellt.
 
Die Beschäftigung mit dem Thema CVI innerhalb des VBS ist nicht neu. Seit einiger Zeit findet die Thematik auch Eingang u. a. in die Arbeit der AGs Low Vision, Integration, Psychologie und Frühförderung. Diese Ansätze möchte die AG CVI aufgreifen und zusammen führen.
 
2.  Ziele der AG
 
Die neu gegründete AG möchte den Kolleginnen und Kollegen im VBS ein Forum bieten, um sich Wissen zum Thema CVI anzueignen und unterschiedliche Arbeitsansätze mit einander auszutauschen.
Experten aus verschiedenen Arbeitsbereichen (Neurologie, Neuropsychologie, Ophthalmologie, Ergotherapie, etc.) sollen für diese Arbeit gewonnen werden.
Nicht zuletzt wollen wir die Perspektive der betroffenen Kinder, Jugendliche und ihren Eltern in unsere Arbeit einbeziehen.
 
Adressaten der AG sind somit vor allem:
 
  • Frühförderer und Frühförderinnen
  • Sonderschullehrkräfte
  • (Neuro-)Psycholog/innen
  • Eltern von Kindern mit CVI
  • Betroffene Jugendliche und Erwachsene
  • Augenärzt/innen
  • Orthoptist/innen
  • Low-Vision-Expert/innen
  • Medizinische Therapeuten
 
  1. Aufgaben der AG
 
In Tagungen wollen wir den Dialog zwischen den Kolleginnen und Kollegen befördern, die sich mit dem Thema CVI beschäftigen.
Kolleginnen und Kollegen, die sich in die Problematik einarbeiten und ein Unterstützungsangebot aufbauen möchten, wollen wir dadurch die Möglichkeit bieten, sich Kenntnisse anzueignen und Kontakte zu knüpfen.
 
Inhaltlich soll es um die folgenden Schwerpunkte gehen:
 
  • wissenschaftliche Erkenntnisse und Erklärungsmodelle des Phänomens CVI
  • diagnostische Vorgehensweisen und Verfahren zur Feststellung und Beschreibung von CVI
  • Fördermöglichkeiten von betroffenen Kindern und Jugendlichen
  • Gestaltung eines geeigneten Lernumfeldes und Kompensationsstrategien
  • Umsetzung im Schulalltag, schulrechtlichen Vorraussetzungen,  Formulierung von Nachteilsausgleichen und Gestaltung von Förderplänen rund um das Thema CVI.
 
Auch betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Eltern wollen wir für eine Mitarbeit gewinnen. Sie kennen CVI aus ihrem Alltag, aus der Schule, und aus dem Berufsleben und haben ggf. Erfahrungen mit Institutionen und Experten, die sie weitergeben können.
 
Um den Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland zu befördern, möchten wir ein Netzwerk aufbauen, das es ermöglicht, Ressourcen und Erfahrungen bei spezifischen Fragestellungen zu nutzen, Literatur, Adressen von Fachleuten und Einrichtungen auszutauschen.
 
Dies soll insgesamt zur Verbreitung und Vertiefung der Kenntnisse über CVI beitragen und die Versorgung und Bildungschancen von betroffenen Kindern und Jugendlichen in Deutschland verbessern.
 
 
Stand 26.07.2013
 

Leitung

Brigitte Ruple AG Leitung
Brigitte Ruple
c/o Nikolauspflege
Am Krähenwald 271
70193 Stuttgart
Tel.: 0711 / 6564 - 175
E-Mail
Anja Scharbach stv. AG Leitung
Anja Scharbach
c/o Beratungszentrum Sehen Blindeninstitut Würzburg
Ohmstraße 7
97076 Würzburg
Tel.: 0931/2092-2316
E-Mail