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Der Förderschwerpunkt
Sehen in Niedersachsen 
Gegenwärtige Angebotsstruktur und
Voraussetzungen für die Weiterentwicklung 


Der Förderschwerpunkt Sehen wird in Niedersachsen durch verschiedene Institutionen vertreten:
  • Mobiler Dienst Sehen in den einzelnen Regionalabteilungen der Landesschulbehörde (Lüneburg, Osnabrück, Braunschweig, nördlicher Bereich der Regionalabteilung Hannover)
  • Landesbildungszentrum für Blinde (LBZB) als Bildungseinrichtung des Landes Niedersachsen mit dem Mobilen Dienst Sehen unter der Trägerschaft des Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
  • Franz-Mersi-Schule, Schule für sehbehinderte Schülerinnen und Schüler mitdem Mobilen Dienst Sehen unter der Trägerschaft der Region Hannover
  • Bildungszentrum für Taubblinde mit den Förderschwerpunkten Hören, Sehen und Kommunikation mit einem Mobilen Dienst unter der Trägerschaft des Deutschen Taubblindenwerkes gGmbH (DTW) mit bundesweitem Einzugsgebiet
In Niedersachsen werden derzeit ca. 80% der sehbehinderten, hochgradig sehbehinderten und blinden Schülerinnen und Schüler lernzielgleich an allgemeinen Schulen mithilfe einer Unterstützung durch die Mobilen Dienste Sehen überwiegend erfolgreich inklusiv beschult.
Parallel dazu ist die Erhaltung der blinden- und sehbehindertenspezifischen Bildungseinrichtungen wie das DTW, das LBZB und die Franz-Mersi-Schule unbedingt erforderlich. Nicht für alle Kinder und Jugendliche mit einem Förderbedarf Sehen sowie für hörsehbehinderte oder taubblinde Kinder und Jugendliche ist aufgrund ihrer individuellen Lebensumstände eine inklusive Beschulung im Rahmen der vorhandenen Strukturen an allgemeinen Schulen sinnvoll bzw. möglich.
Um die Bildungschancen der blinden, sehbehinderten und taubblinden Schülerinnen und Schüler zu erhalten und zu verbessern, bedarf es einer Weiterentwicklung der strukturellen Bedingungen.
  • fachliche Qualifikation
    Es muss sichergestellt werden, dass die blinden, sehbehinderten und taubblinden Schülerinnen und Schüler mit ihren sehr speziellen Bedürfnissen angemessen gefördert und gefordert werden. Dazu bedarf es Förderschullehrkräfte mit dem Förderschwerpunkt Sehen und gegebenenfalls und taubblindenspezifischen Fachkenntnissen, die mit einem ausreichenden Stunden-deputat für die Unterrichtsbegleitung zur Verfügung stehen. Im Land Niedersachsen gibt es seit längerer Zeit einen Mangel an Förderschullehrkräften mit dem Schwerpunkt Sehen, der dringend behoben werden muss. Erforderlich ist eine Erhöhung der Ausbildungskapazitäten in den Universitäten.
  • Fachspezifische Koordinierung – regional und landesweit.
    Bei allen strukturellen Veränderungen im Rahmen der Entwicklung hin zu einem inklusiven Schulsystem, gilt es die geringe Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sehen zu berücksichtigen. Eine qualitativ hochwertige Beratung und Unterstützung der Schülerschaft ist nur möglich, wenn die Lehrkräfte im Mobilen Dienst die Möglichkeit zum regelmäßigen fachlichen Austausch und zur Zusammenarbeit haben (kollegiale Beratung, Supervision, Fallbesprechungen, Schwerpunktsetzungen, gemeinsame Nutzung von Ressourcen u. a.).
    Deshalb können die wenigen Förderschullehrkräfte nicht auf verschiedene Institutionen (Reschi, Förderzentren, …) ohne fachspezifischen Austausch verteilt werden. Je nach Bedarf und Flächengröße der einzelnen Regionalabteilungen sind ein oder zwei zentrale fachspezifische Koordinierungsstellen bzw. Förderzentren notwendig.
    Für die Entwicklung und Festlegung von einheitlichen landesweiten Qualitätsstandards sollte eine Beratungskooperation zwischen den Koordinierungsstellen, der Franz-Mersi-Schule, des LBZB und des DTW eingerichtet werden.
  • Medienzentrale am LBZB
    Die Bildungschancen der sehbehinderten Schülerinnen und Schüler können nur sichergestellt werden, wenn ihnen barrierefreie Schulbücher und Lehrmaterialien zur Verfügung stehen. Inzwischen läuft seit 2014 das Verfahren, dass die Nutzungsberechtigung der Medienzentrale, auf den Kreis der sehbehinderten Schülerschaft erweitert wird. Die Nutzungsrechte werden bundesweit zentral vertraglich mit dem Verband der Bildungsmedien e.V. geregelt und die Ausübung erfolgt ausschließlich über die Medienzentralen der Bundesländer. Das Verfahren sollte nun zügig abgeschlossen werden, damit die Medienzentrale des LBZB durch den Kostenträger endlich den Auftrag bekommt.
  • Frühförderung
    Für hochgradig sehbehinderte und blinde Kinder gibt es durch das LBZB eine fachspezifische Frühförderung, mit Entwicklungsbegleitung und Beratung, und zwar in ganz Niedersachsen durch angegliederte Außenstellen. Die Franz-Mersi-Schule bietet ebenfalls ein Beratungsangebot im Bereich der Frühförderung. Auch für sehbehinderte Kinder ist jedoch ein landesweites fachspezifisches Beratungsangebot im Bereich der Frühförderung dringend erforderlich.
  • Inklusion in der beruflichen Bildung
    Viele blinde und sehbehinderte Jugendliche möchten eine duale betriebliche Ausbildung in der Nähe ihres Wohnortes absolvieren. Dazu ist eine Erweiterung des Aufgabenspektrums des Mobilen Dienstes Sehen für den Einsatz an Berufsschulen notwendig. Für eine Erweiterung auf diesen Einsatzbereich werden einerseits zusätzliche fachqualifizierte Förderschulkräfte benötigt, andererseits müssen die Lehrkräfte im Mobilen Dienst Sehen mit geeigneten Fortbildungs- bzw. Beratungsangeboten entsprechend unterstützt und beraten werden.
  • Kurse
    Die inklusiv beschulte Schülerschaft mit einem Förderbedarf Sehen ist auf zusätzliche Kurse zur spezifischen Unterrichtung in einzelnen Bereichen, die normal im Schulalltag nicht leistbar sind, angewiesen (z.B. in den Bereichen: Punktvollschrift und -kurzschrift, Geometrie, Taststrategien für Erdkunde, behindertenspezifische Sportarten und weitere Freizeitangebote etc.). Der Austausch mit ähnlich Betroffenen hilft u.a. der eigenen Auseinandersetzung mit einer Behinderung. Ebenso sollten Fortbildungskurse für Eltern, Familien, Auszubildende, Assistenzkräfte, Regelschullehrer angeboten werden. Für diese Aufgaben sind zusätzliches Fachpersonal und ausreichende finanzielle Mittel unabdingbar.
  • Hilfsmittel
    Die notwendigen Hilfsmittel für die blinden, sehbehinderten und taubblinden Schülerinnen und Schüler (z.B. Notebook mit Braillezeile und Sprachausgabe oder Vergrößerungssoftware, Kamera-Lese-Systeme, …) sollten ihnen bei Bedarf zeitnah zur Verfügung stehen.
Am 2. Juni 2015 fand im Landesbildungszentrum für Blinde (LBZB)  eine gemeinsame Besprechung der Schulleitungen der Bildungseinrichtungen im Bereich der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik, des Blinden- und Sehbehindertenverbands Niedersachsen e.V. (BVN) und des Verbandes für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik e.V. (VBS) statt.
Das Ergebnis ist eine gemeinsame Stellungnahme zu den Bedingungen  und Zielen der Blinden- und Sehbehindertenbildung in Niedersachsen.
 
Teilnehmer und Teilnehmerinnen:
Bildungszentrum für Taubblinde: Frau Lemke-Werner
Franz-Mersi-Schule: Herr  Walkowiak
Georg-Droste-Schule: Frau Wiechmann-Doil
Landesbildungszentrum für  Blinde: Frau Grodzki
Mobiler Dienst Sehen der Landesschulbehörde: Frau Licht
BVN: Herr Lange
VBS: Frau Penon