XXVIII. Jahrestagung der AG Musik

„Punkt für Punkt und Schritt für Schritt“
Braillenotenschrift - Musiktherapie - Tanz und Bewegung

4. – 7.10.2016
Bayerische Musikakademie Hammelburg

 
Unsere Einladung richtete sich an Kolleginnen und Kollegen in Schule, Internat und in allen Fördereinrichtungen, die für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen umsetzbare Anregungen und Materialien zu diesen Themenbereichen suchen.
 
Wir möchten an dieser Tagung einen Fokus  auf die internationale Braille-Notenschrift richten und interessierten Kolleginnen und Kollegen Anregungen für den Einsatz der Braille-Notenschrift in ihrem Arbeitsfeld geben.
Die inklusive Beschulung stellt Schüler und auch ihre Lehrer vor eine völlig neue Herausforderung. Auch deshalb ist es besonders wichtig, unser Augenmerk auf das Erlernen und den notwendigen Einsatz der Braille-Notenschrift zu richten. Dieses Angebot richtet sich auch an Musiklehrerinnen und Musiklehrer an Regelschulen, die in ihrer Einrichtung blinde Schüler unterrichten.
 
Aktive Bewegung und die Musiktherapie bilden einen weiteren Schwerpunkt der Tagung und bieten für diejenigen Kolleginnen und Kollegen, in deren Musikunterricht bzw. musikalischen Arbeit die Braille-Notenschrift nicht zum Einsatz kommt, interessante Alternativen.

Die Musiktherapie bietet blinden und sehbehinderten Menschen einen akustischen Real-Raum, der einerseits Schutz und Abgrenzung von der fordernden Außenwelt bietet, aber auch einen Raum für Entfaltung der Kreativität und für den Ausdruck spontaner Gefühle und Phantasien bereitet. In diesem geschützten Spielraum stehen weder Leistungserwartung noch Bewertung im Vordergrund.
In der Aktion mit Musik können die Kinder neue Möglichkeiten entdecken und im lustvollen Spiel ihre kreativen und schöpferischen Quellen aufspüren.
 
Bewegungsorientiertes Musizieren, Bodypercussion, Singen mit gleichzeitiger Bewegung und Poptanzformen fördern die Entwicklung von Bewegungsabläufen, der Körperkoordination und Raumorientierung. Gerade die Elemente der Musik bieten für den sozial– emotionalen und motorischen Bereich eine gute Grundlage, weil sie die Gefühlswelt ansprechen und positiv beeinflussen können. Das Tanzen, definiert als interpretierte, rhythmische Bewegung in der Auseinandersetzung mit Partner, Gruppe, Raum, Zeit und Musik, fördert die Kreativität, stärkt das Selbstbewusstsein, macht fit und weckt den Teamgeist.
 
An dieser Tagung wird es für Kolleginnen und Kollegen einen erweiterten Spielraum geben, gelungene Projekte aus ihren Einrichtungen zu präsentieren und sich darüber auszutauschen.

Workshops

Horst Großnick, Louis-Braille-Schule in Düren, und Martin Huwyler, Sonnenberg Schule in Baar/Zug:
  • Einführung in die Punktnotenschrift
    Kurs für Anfänger oder auch Fortgeschrittene (je nach Bedarf)
  • Vorstellung von Programmen, die das Erlernen der Notenschrift und den Einsatz im Musikalltag erleichtern, wie Braille Music Editor 2, Braille Music Reader…
 
 
Sylke Spielbauer, Blindeninstitut Regensburg:
„Musiktherapie mit blinden, seh- und mehrfachbehinderten Kindern und Jugendlichen“
  • Workshop 1
Über gemeinsames Improvisieren auf für die Musiktherapie typischen Instrumenten werden Grundlagen der musikbasierten Kommunikation erfahrbar. Angeleitete Improvisationsspiele laden zum Experimentieren  und zum Finden verschiedener Ausdrucksmöglichkeiten ein.
  • Workshop 2
Entwickeln musiktherapeutischer Interventionen im Rollenspiel. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Selbsterfahrung musikalischer Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten sowie dem Erleben von  synchronen Momenten. Gerne können kurze Videosequenzen von Schülern mitgebracht  und  anhand konkreter Beispiele Ideen entwickelt werden.
 
 
Katharina Stroh, Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule Rodgau:
„Musik spürbar machen - mit Ohren, Körper und Seele“
In diesem Workshop  werden Videoausschnitte  einiger Choreographien der Tanzgruppe der Friedrich-von-Bodelschwingh Schule gezeigt.  Im Anschluss werden diese mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern getanzt und die Umsetzung in deren Praxis im Grundstufenbereich diskutiert. Im Vordergrund steht hier der Spaß am Bewegen und Tanzen.
 
 
Ines Riedemann, Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte Hamburg:
„Musikstunde unter der Augenbinde“
Dieser Workshop versucht die eigene Wahrnehmung zu sensibilisieren und Raumerfahrungen als nicht sehende Person zu ermöglichen. Nach einer praktisch orientierten Musikstunde unter der Augenbinde werden die eigenen Wahrnehmungen reflektiert und ausgewertet. Anhand der Erlebnisse erarbeiten wir Strategien für eine konstruktive Zusammenarbeit.
 
 
Beate Hesse, Johann-Peter-Schäfer Schule Friedberg:
„Tanzen und Bewegen kann auch für Jugendliche cool sein“
Viele Jugendliche, insbesondere Jungs, finden Tanz und Bewegung zur Musik eher peinlich und „uncool“. In diesem Workshop werden einige erprobte Performances vorgestellt,  bei denen auch Bewegungsmuffel zum Mitmachen motiviert werden können.
 
 
Thomas Loscher, Johann-Peter-Schäfer-Schule Friedberg
„Das iPad im Musikunterricht mit mehrfach behinderten Schülerinnen und Schülern“
Musizieren mit wenigen Bewegungen ist auch möglich. Gerade das iPad bietet verschiedene Möglichkeiten zum Einbinden von mehrfachbehinderten Schülerinnen und Schülern in musikalische Aktivitäten. In dem Workshop werden im Unterricht erprobte verschiedene kostenfreie Apps vorgestellt sowie grundsätzliche Tipps zum Umgang mit iPads im Musikunterricht gegeben.
 
 
Oliver Zenz, Friedberg:
„Musizieren mit dem Programm Band In A Box“
„Band In A Box“ ist eine kommerzielle Musizier-Software, mit der man schnell Playbacks erstellen kann. Die Software eignet sich gut zum Komponieren, Arrangieren und Improvisieren.

Tagungsprogramm

Dienstag, 4.10.2016
 
14:30  Kaffee  
     
15:00 Begrüßung „Ankommen – wir arrangieren uns“
Vorstellungsrunde und Organisatorisches
     
16:30 Martin Huwyler
Horst Großnick
Punkte für Alle
     
18:00  Abendessen  
     
19:00   Bewegung und Tanz für Alle
  
 
Mittwoch, 5.10.2016
 
08:30 Frühstück  
     
09:15   Plenum und Warm-up
     
09:45 A Martin Huwyler &
Horst Großnick
Punktnotenschrift
  B Sylke Spielbauer  Musiktherapie Workshop 1
     
12:00 Mittagessen    
     
14:30  Kaffee  
     
15:00 A Martin Huwyler &
Horst Großnick
PC – Programme und Schwarzschriftnoten
  B Ines Riedemann Musikstunde unter der Augenbinde
  C Oliver Zenz Band In A Box
     
17:00   Schulpräsentationen
     
18:00  Abendessen  
     
19:00   Interdisziplinärer Fachaustausch
         
  
 
Donnerstag, 6.10.2016
 
08:30 Frühstück  
     
09:15   Plenum und Warm-up
     
09:45 A Martin Huwyler &
Horst Großnick
Punktnotenschrift – Fortsetzung
  B Sylke Spielbauer  Musiktherapie – Workshop 2
     
     
12:00  Mittagessen  
     
14:30 Kaffee  
     
15:00 A Katharina Stroh „Musik spürbar machen - mit Ohren, Körper und Seele“
  B Thomas Loscher Musik mit wenig Bewegung – Das I-Pad im Musikunterricht mit mehrfach behinderten Schülerinnen und Schülern
  C Beate Hesse „Tanzen und Bewegen kann auch für Jugendliche cool sein“
     
17:00   Präsentationen aus den Einrichtungen
     
18:00  Abendessen  
     
19:30 „We Proudly Present“ – Präsentationen aus den Workshops
         
  
 
Freitag, 7.10.2016
 
08:30 Frühstück  
     
09:45   Wiederholung, Festigung und Erweiterung
     
10:45   Vorstellung eigener  Projekte und Berichte aus den Schulen;  Offene Musikstunde
   
11:30 Resümee und Ausblick Tagung 2017
   
12:00 Mittagessen und Abreise
 
 

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Impressionen